Erlebnisbericht: F.C. Sankt Politik gegen Hansa Rostock (Teil 1)

6.3.2009 – der Tag der Abrechnung. Schon Wochen vorher machte man sich gegenseitig heiß mit diversen Videos, Flyern und Graffitis. Wobei ich persönlich sagen muss das es die Szene rund um den FC St.Pauli es etwas überspitzt hat und das ganze schon im vornherein zu einem Politikum gemacht hat.

„Am nächsten Freitag, dem 6. März um 18 Uhr spielt der FC St.Pauli gegen den FC Hansa Rostock. Zu diesem Spiel werden hunderte Nazis und Hooligans aus Rostock und anderen ostdeutschen Städten anreisen. Sie kommen sowohl mit dem Sonderzug über Hauptbahnhof als auch mit Autos und Bussen, viele von ihnen auch ohne Karten fürs Spiel. Passt also auch während dem Spiel auf euch auf, besonders am Gästeblock bei der U3 Feldstrasse. Kommt ins Viertel und zeigt diesen Arschlöchern, dass sie nicht willkommen sind! Bildet Banden, macht sie Platt! Die ganze Nacht! Wir sind St.Pauli, Nazis aufs Maul.“

Genau so und nicht anders stand es auf den Flyern die in Hamburg die Runde machten. Eigentlich ganz schön krank. Ein öffentlicher Aufruf zur Gewalt. Den ach so toleranten Verein, FC Sankt Pauli interessiert dies anscheinend herzlich wenig. Um es jetzt schon mal auf den Punkt zu bringen, bin ich im Punkte Toleranz auch ganz schön enttäuscht worden. Dieser Kultverein, den die ganze Welt ja lieben muss…scheiße könnte ich jetzt kotzen…hat ja alles im Vorfeld verboten. Es wurde mit Stadionverboten gedroht für die Worte „Scheiß“ und „Schwul“…das muß man sich mal überlegen, da wird dir bei einem Fußballspiel der Mund verboten. Nachvollziehen kann ich natürlich dieses abgrundtief ekelhafte U-Bahn Lied, welches einfach nicht in die Kurve gehört. Da sollte dann schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass dies zu weit geht. Letzten Endes muss ich sagen, das ein Verein der ja so Tolerant ist und dem Rostocker Anhang verbietet „Schwul“ zu sagen, einfach nur erbärmlich ist. Tut mir leid, wenn ich jetzt so dagegen schieße, aber wenn man ohne Vorurteil gegen Homosexuelle ist, ist dieses Wort doch keine Beleidigung. Oder? Also ich sehe das nicht als Beleidigung. Für mich ist es ein ganz normales Wort bzw. eine ganz normale Definition. Dazu muss ich sagen, dass der FC St. Pauli irgendwie einen Freifahrtsschein in Sachen Politik in der Bundesliga hat. Sie dürfen beleidigen durch und durch. Hier mal ein paar Beispiele:

„Gewalterlebnisclub Hansa: Ein Herz für Nazis“
„Wie spielt es sich für Rassisten?!“
„Es grüßen die schwulen Hamburger! Schwulenhass – normal für Rostock?“
„Auf dem RECHTEN Auge blind“

Naja wollen wir jetzt nicht rumheulen. Fangen wir doch erst mal morgens um 11.00 Uhr an. So dann arbeiten wir die Geschehnisse doch mal auf. Also wenn ihr jetzt kein Bock mehr habt dann klickt hier drauf. Ansonsten einfachen weiterlesen…lohnt sich wirklich! Wie immer eigentlich.

Zur besagten Uhrzeit und pünktlich wie die Maurer stand unser allseits bekannter „an Laternen kratzender“ Freund vor meiner Haustür um mich abzuholen und zum Bahnhof zu fahren. Komische Uhrzeit findet ihr? Naja hat eigentlich die Bewandtnis, dass es uns einfach zu heikel war an diesem Tag den Entlastungszug zu verpassen bzw. nicht mit hinein zukommen. Ist nämlich schon mal vorgekommen, dass der einfach, weil er zu voll war, in Schwerin weiter fuhr. Darum ab nach Rostock! In Rostock angekommen dann das zu erwartende Bild an Polizeipräsenz. Ehrlich gesagt hätte ich es mir schlimmer vorgestellt. Am Südeingang wartete man dann auf die Meute, die sich kurz zuvor im Viertel um den Bahnhof herum gesammelt hatte. Es ergab dann doch schon ein ganz gutes Gesamtbild. Circa 300-400 Leute tummelten sich auf den Weg in Richtung Bahnhof. Am Gleis ließ man dann über sich noch die Glasflaschenkontrolle ergehen, welche ohne Umstände und irgendwelche Repressalien verlief. Im Zug dann eine irgendwie komisch anmutende Stimmung. Es war ruhig und die Leute unterhielten sich ganz normal. Innerlich bereiteten sich wohl alle auf das noch bevorstehende vor. Auf das wovon eigentlich niemand etwas geahnt hätte.

Fortsetzung folgt…

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4 Antworten to “Erlebnisbericht: F.C. Sankt Politik gegen Hansa Rostock (Teil 1)”

  1. „(…) aber wenn man ohne Vorurteil gegen Homosexuelle ist, ist dieses Wort doch keine Beleidigung. Oder? Also ich sehe das nicht als Beleidigung. Für mich ist es ein ganz normales Wort bzw. eine ganz normale Definition.“

    Abgesehen von deiner unfassbaren Dummheit und dem gleichzeitigen Drang, diese öffentlich Kund zu tun, scheinst du ein Problem mit Begriffen und den damit verbundenen Differmierungen zu haben. Die „Muschipups“ Tapete war bestimmt auch nur witzig gemeint…Naja, nächstes Jahr seid ihr dann auch bezüglich des Humorlevels mit einigen Teams wie Dynamo etc. nicht nur sportlich auf Augenhöhe.

  2. extrawurst2punkt0 Says:

    Moin „unbekannter“,

    natürlich akzeptiere ich deine Meinung und werde sie deshalb auch ungekürzt veröffentlichen.

    Sonnige Grüße deine Extrawurst

  3. An den Unbekannten!

    Mal etwas abgewandelt “ Ihr seid schwul und das ist gut so“ Frage beschimpfte sich ein Herr Wowereit selbst, als er sagte ich bin schwul und das ist gut so?

    Und noch eins “ Dumm ist der der Dummes tut“ Siehe ein Stadion das ein Banner durch seine Reihen trägt „Wie spielt es sich für Rassisten?! “
    Eigentlich schon eine Klage wert???

    Also bitte Gehirn einschalten sofern man hat!!

  4. Also, ich hab einen Bekannten, der jedes Mal wenn Rostock spielt mit ganz vielen anderen dorthin fährt und sich prügeln will – so als Sport und weder er noch die anderen sind Nazis. Ich glaube auch nicht, dass die Jungs von ST.Pauli Linke waren. Da haben sich einfach zwei Parteien verabredet zum Prügeln – das machen die tatsächlich und die Presse schreibt über Linke und Rechte. Ich persönlich finde das von diesen Leuten nicht gut und als totalen Schwachsinn – sie sollen sich lieber auf einem freien Feld verabreden… Aber was die Presse uns erzählt, ist totaler Schwachsinn – das halte ich auch für gefährlich. Warum erzählt man nicht einfach, dass das ein eigenartiger Sport ist, wozu die Leute sich da immer treffen…

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