Erlebnisbericht: F.C. Sankt Politik gegen Hansa Rostock (Teil 2)

In Hamburg erreichte man dann mühelos und ohne Vorkommnisse den Hauptbahnhof. Als erstes raus und Kund getan wer eigentlich in der Stadt ist. War schon ein beachtlicher Mob von circa 800 Leuten. Schick, schick…die „Karl Lagerfeld Haute Couture“ Farbe Schwarz dominierte eindeuti. Etwas Orientierungslos am Gleis stehend, sammelte sich der ganze Haufen und trottete die Treppen hinauf in Richtung U-Bahn Haltestelle. Da es die ganze Zeit nur im Schneckentempo vorwärts ging, wurde man selber ganz schön nervös. Als wenn es so gewollt war damit die ganzen Papparazzo was zu filmen hätten (Die Presse lügt…f**** euch!). Durch den ständigen Stau fingen die Leute in den hinteren Reihen an zu drücken, was auch verständlich ist. Und somit war der erste mehr oder weniger ungewollte Kontakt mit der Policia gegeben. Durch ihre „Null-Toleranz“ Vorgehensweise, knüppelten sie auch sofort drauf los und deckten uns mit Pfeffer ein. Natürlich nicht von ein paar Metern Entfernung, sondern auch schon mal aus lediglich einer Distanz von 20 Zentimetern. Einige erlitten dadurch die ersten Verletzungen, welche die Presse im Nachgang nur zögerlich und am Rande erwähnt hat. Ein aktives Mitglied der Szene wurde ziemlich schwer getroffen und auch gleich mal prügelnd in den Polizeiwagen gebracht. Gut dachte man sich, für ihn hat es sich geschissen. In dem ganzen Gedränge und er Unüberblickbarkeit der Menschenmasse hat man ihn auch irgendwie aus den Augen verloren. Herausgestellt hat sich dann, dass unser Streetmilitär ihn nicht, wie gedacht in Gewahrsam genommen hat, sondern ihn nach einer Personalienfeststellung vor der Heimkurve des FC St. Pauli raus lies. Ja ihr habt richtig gelesen. Mit Szeneklamotten die es gilt mit dem Leben zu verteidigen, schaffte es unser Mitglied dann doch noch rechtzeitig einmal ums Stadion rum. Unglaublich, aber wahr. Als ich das gehört hatte, stellte ich das noch kommende, im Nachhinein, nicht mehr in Frage.

Die erste U-Bahn gehörte der aktiven Fanszene, welche sich dann dort am Brennpunkt Stadion bzw. Feldstrasse den ersten Überblick verschaffen sollte. Ganz gemütlich stieg man aus und wollte dann auf die anderen U-Bahnen warten. Die Polizei wurde langsam unruhig und bat uns doch endlich weiter zum Gästeeingang zu gehen. Komisch meiner Ansicht nach war es, das die Kollegen aus den Wasserwerfern sagten wir sollen los und auf der anderen Seite uns aber ein weiteres Team Green den Weg versperrte. Also in diesem Moment eine recht heikle Situation. Denn die Leute wurden misstrauisch. Tatsächlich flog eine Flasche. Ich sage bewusst „eine“ Flasche, da ich nur eine gesehen habe. Kurze Zeit später konnte ich mich dann selber verkehrt herum auf eine Wäscheleine aufhängen, da ich von oben bis unten nass war. Ich fahre schon lange zum Fußball, aber habe noch nicht wirklich einen so, willkürlichen Einsatz des Wasserwerfers gesehen. Willkür hin oder her, nass war ich trotzdem. Dazu kam natürlich noch das mir Hammer das Gesicht gebrannt hat und mir unglaublich die Knochen wehgetan haben. Die Männer und Frauen, die an diesem Tag ihren freien Tag geopfert hatten, knüppelten auch diesmal unmissverständlich auf die Leute ein. Auch zu diesem Zeitpunkt war es uns noch nicht möglich Richtung Gästeblock zu gehen, da immer noch der Weg durch andere Polizisten versperrt wurde. Erst nach einigen Schlägereinheiten wurde der Weg frei gemacht. Irgendwie komisch.

Kurz vor dem Gästeeingang dann das nächste Kamerateam. Auf dem Weg in Richtung Eingang erblickte man den nächsten Wasserwerfer, aber warum am Eingang? Der FC St. Pauli hat sich nach DFL Vorgaben einwandfrei vorbereitet und hat sage und schreibe zwei Eingänge parat gehalten. Für 1.500 Personen, von denen 1.000 auf einmal kommen. Das, das nicht gut geht ist jeden bekannt der so ein Fußballspiel schon mal besucht hat.

Fortsetzung folgt…

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